Donnerstag, 11. November 2010

Herbst in Tokyo


Aufgrund meines momentan noch sehr eingeschränkten Aktionsradiuses hier mal ein paar Herbstimpressionen aus meiner näheren Umgebung.

Da ich grad viel Zeit mit Spaziergängen zubringe, kann ich das schöne Herbstwetter hier in Tokyo so richtig genießen. Bei strahlend blauem Himmel und Temperaturen zwischen 14 und 18°C macht es fast Spaß stundenlang den Kinderwagen durch die Gegend zu schieben.
Ich mit meinem großen, japanisch untypischen, western-style Kinderwagen komme nämlich zu normalen Verkehrszeiten gar nicht mit dem Bus weg – da nimmt mich der Fahrer einfach nicht mit, wenn es zu voll ist. Und die U-Bahnhöfe haben auch nicht alle Aufzüge und man kann sie mit Kinderwagen gar nicht benutzen. Sehr kinder- und mütterfreundlich…

Samstag, 30. Oktober 2010

Oktoberfest an der DSTY


Auch wenn es schon wieder ein paar Tage her ist, auch dieses Jahr gab es wieder ein Oktoberfest an der Deutschen Schule in Yokohama. Das ist immer das Highlight des Jahres, denn nicht nur viele Deutsche sondern auch hunderte, deutsches Essen und deutsche Gemütlichkeit liebende, Japaner bevölkern die Schule und das Schulgelände. Die japanische Blaskapelle mit ihrem erstaunlichen Repertoir an deutschen Volksliedern durfte natürlich auch nicht fehlen.



Ich freu mich das ganze Jahr nur aus einem Grund auf dieses Fest – es gibt nämlich die ganzen echten deutschen Leckereien, wie Bratwurst, Currywurst, Leberkäs, deutsches Brot, Kartoffelsalat, Sauerkraut, selbstgebackenen Kuchen in allen Varianten und dieses Jahr gab es sogar Almdudler. Offensichtlich sind auch alle anderen ganz scharf darauf, denn man muss jedes Jahr länger dafür anstehen. Bratwurst – halbe Stunde, Kuchen – nochmal eine halbe Stunde. Aber das ist das Ganze Wert. Nur leider leider kann man nicht alles auf einmal Essen und muss sich immer entscheiden. Seufz. Schwer vorzustellen, wenn man in Deutschland lebt und das alles jeden Tag haben kann.

Die Deutschen Damen natürlich stilecht im Dirndl



Freitag, 15. Oktober 2010

Zeit der Ernte

Ihr erinnert Euch an das Reispflanzen setzen… Nun ist es soweit, es kann geerntet werden. Und so sieht „unser“ Reisfeld jetzt aus.


Auch ich habe es geschafft, unsere Familie hat sich erfolgreich vergrößert. Ab jetzt sind wir zu viert! Na mal sehen, ob es auch über ein Leben mit Baby in Tokyo was Interessantes zu berichten gibt…



Donnerstag, 16. September 2010

Blythe Puppen


Zur Zeit läuft gerade eine Puppenausstellung in Odaiba. Ich finde diese Puppen ja wunderschön. Es wird für sie sogar ein alljährlicher Beauty Contest „Miss Popularity“ durchgeführt, bei dem sich die Fans mal so richtig kreativ ausleben können. Hier mal ein paar Fotos von der Ausstellung, damit man sehen kann, mit wie viel Liebe zum Detail diese Puppen gekleidet, geschminkt und frisiert werden…




Und das, obwohl diese Puppen bei Markteinführung 1972 wohl ein totaler Flop waren und schon nach einem Jahr nicht mehr produziert wurden. Im Jahr 2000 wurden sie für einen TV-Werbespot nochmal aus der Versenkung geholt und sind so über Nacht in Japan berühmt geworden.


 

Man kann sie natürlich auch kaufen, ab ca. 100 Euro geht’s los. Bei Interesse:

Freitag, 3. September 2010

Alkohol- und kalorienfreies Bier

War doch letzte Woche bei web.de tatsächlich ein Artikel über den neuesten japanischen Geniestreich zu lesen, nämlich: alkohol- und dazu noch kalorienfreies Bier!


Ich bin natürlich sofort in den Supermarkt und musste das gleich mal testen. Ich habe mich ja schon gefragt, wie alkoholfreies Bier und dann auch noch eins ohne Kalorien hergestellt werden soll??? Wie in dem Artikel zu lesen ist, kann das leider auch kein „richtiges“ Bier mehr sein. Aber das weder Hopfen, noch Hefe, sondern nur künstliche Aromastoffe! enthalten sind, hat mich schon ein wenig enttäuscht. Es riecht und schmeckt auch wirklich nur mit viel Fantasie nach Bier – leider. Ich hab dann noch ein paar Eiswürfel dazu getan – was ich selbstverständlich bei echtem Bier nie machen würde, welch Frevel – dann ist es ein nettes Getränk gegen den Durst, was entfernt an Bier erinnert. Schade...

Hier mal noch ein Auszug aus dem Arikel von web.de:

Null-Kalorien-Bier aus Japan

(seb) "W-Zero" heißt die flüssige Kreation, und ist in Japan bereits ein echter Verkaufserfolg. Es riecht und schmeckt (fast) wie Bier, hat aber null Kalorien und ist absolut alkoholfrei. Bierbauch und Kater ade! Allerdings hat die Sache einen Haken, denn für dieses Pils wurden alle Regeln der Brautradition über Bord geworfen.

Den Brauprozess haben die Japaner nämlich ganz einfach weggelassen. In das "W-Zero" kommen weder Hopfen noch Hefe noch sonst eine Zutat, die man normalerweise bei Bier erwarten muss. Stattdessen mischten laut "Welt Online" Lebensmitteltechniker Aromen und andere Zusatzstoffe bei und simulierten damit den Biergeschmack. Streng genommen ist das "W-Zero" also kein echtes Bier, sondern eher eine Pils-Brause.

Die Pils-Panscher von Asahi sind offenbar dennoch sehr optimistisch: Im japanischen "W-Zero"-Werbespot dudelt schon mal verheißungsvoll der Song "Go West" von den Pet Shop Boys als Hintergrundmusik. Na dann, Kampai!

Donnerstag, 19. August 2010

Sommerhitze in Tokyo


Das ist ja nun mittlerweile schon mein dritter Sommer in Tokyo aber er fühlt sich mit Abstand am heißesten an. Die Temperaturen sind seit Wochen gleichbleibend über 30°C und die Luftfeuchtigkeit ist extrem hoch (um die 80%). Eine Minute ohne Klimaanlage und der Schweiß läuft in Strömen. Aber in diesem Jahr ist es auch hier in Tokyo eine Extremsituation, wie man auch bei diversen Nachrichtenmagazinen nachlesen kann, denn normalerweise ist es etwas erträglicher. Hier mal ein Ausschnitt aus Spiegel online vom 17.8.2010:

„In Japan sind bei Temperaturen bis 40 Grad Celsius mehr als 130 Menschen gestorben. Zehntausende Menschen erlitten einen Hitzschlag und mussten ärztlich behandelt werden. Behörden warnten die Bewohner vor den Folgen der andauernden Hitzewelle.

Tokio - Extreme Wärme macht Japan in diesem Jahr schwer zu schaffen. Bereits 132 Menschen sind dort bei anhaltenden Spitzentemperaturen über 35 Grad ums Leben gekommen, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf amtliche Daten.

Seit Ende Mai mussten mehr als 31.000 Menschen wegen eines Hitzschlags im Krankenhaus behandelt werden. Besonders gefährdet sind ältere Menschen - fast die Hälfte der Patienten war über 65 Jahre alt.

Die Behörden forderten die Einwohner auf, sich vor der intensiven Sommerhitze mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit in Acht zu nehmen. In Tokio stiegen die Temperaturen schon am dritten Tag in Folge auf über 35 Grad. Die Hitzewelle, die durch ein Hochdruckgebiet über dem Pazifischen Ozean entstanden ist, soll weiter anhalten.“
Quelle: hip/dpa


Unverzichtbare Sommerutensilien für jede Handtasche: Fächer, Tuch zum Schweiß abtupfen, Sonnencreme LF 50 und Kühlspray.




Ansonsten entkommt man den Temperaturen am besten, wenn man auf seinem Weg durch die subtropische Hitze immer mal einen Zwischenstopp in Geschäften, die ja alle eine Klimaanlage haben, macht, um sich ein wenig abzukühlen (nicht verwechseln: nicht shoppen, nur abkühlen, sonst wird es ein teurer Sommer...).

Naja, aber auch diese Hitze ist irgendwann vorbei, spätestens Ende August/Mitte September, dann beginnt die Taifunzeit - auch nett….

Mittwoch, 28. Juli 2010

Schwimmbadnutzung ganz Japanisch


Bei den momentanen Temperaturen hier in Tokyo bin ich froh, dass es bei uns in der Nähe ein öffentliches Schwimmbad gibt und was die Hauptsache ist, man darf es sogar benutzen, wenn man ein Tatoo hat (dementsprechend hoch ist die Anzahl der tätowierten Gäste, wahrscheinlich kühlt sich die halbe ortsansässige Yakuzza dort ab). Es ist auch nicht so ein schickes Erlebnisbad mit Wasserrutschen und Wellenbad, sondern nur ein einfaches Schwimmbad mit einem 50 m Becken, abgeteilt in 3 Schwimmbahnen, die nur ernsthaften Schwimmern vorbehalten sind und 6 Bahnen ohne Abgrenzung, welche alle kreuz und quer nutzen dürfen. Aber zum Abkühlen und ein bisschen bewegen, ist es gerade richtig.

Es ist auch bei weitem nicht so laut, wie in deutschen Freibädern, die mir ja schon immer ein Graus waren - Menschenmassen, Handtuch an Handtuch, kaum Schattenplätze, laute, kreischende Kinder, alle essen hauptsächlich Pommes mit Mayo und Ketchup, Currywurstreste, verkleckertes Eis überall und dementsprechend viele Wespen - von Erholung keine Spur.



Im Gegensatz dazu gibt es in Japan wieder viel zu viele Regeln aber wenn man sich daran hält und vor allem sich daran gewöhnt hat, ist es eigentlich ganz angenehm - spaßfrei aber wesentlich entspannender. Vor allem Sicherheit wird ganz groß geschrieben. Das Becken, was ja nun wirklich recht übersichtlich ist, wird von mindestens vier Aufpassern mit Adleraugen von allen Seiten bewacht und denen entgeht nichts, kein Regelverstoß, keine ordnungswidrige Schwimmbrettnutzung, kein im Ohr verbliebener Ohrring. Gleich am ersten Tag hatten wir nämlich vergessen, die Ohrringe vor der Poolbenutzung zu entfernen. Lucy war noch nicht mit der großen Zehe im Wasser, da wurde sie auch schon darauf aufmerksam gemacht. Am zweiten Tag wollte ich mit Sonnenbrille ins Wasser, auch das war wieder ein Regelverstoß und wurde mir sofort mitgeteilt. Außerdem: Fotografieren, Telefonieren, Musik hören, Schwimmringe (die aus Gummi und wahrscheinlich auch die angefressenen um die Körpermitte), nicht ordnungsgemäße Schwimmkleidung, Taucherbrillen, Essen jeglicher Art, Körperschmuck - Verboten!!! (Wahrscheinlich habe ich noch die Hälfte vergessen zu erwähnen.)

Aller 50 Minuten ertönt eine Durchsage und alle Badegäste müssen aus dem Wasser. Erstens um sich zu erholen - ja, das ist wirklich erwünscht, nix mit Herumrumrennen oder Toben, es wird sich brav auf sein Badehandtuch gesetzt, die Klappe gehalten und evtl. noch ein paar Dehnungsübungen oder Situps gemacht - und zweitens, Schwimmen bzw. Tauchen dann die Sicherheitsleute das Becken ab, um evtl. zurückgebliebene, nicht in den Pool gehörende Sachen herauszuholen, was auch immer da gesucht und gefunden werden könnte. Nach exakt 10 Minuten dürfen alle wieder rein. Ja, so ein bisschen Verlässlichkeit und Regeln im Leben sind doch was Tolles… ;-) Hier mal ein Internetauszug der offiziellen Stadtteilseite mit Tipps zur sicheren Benutzung des Pools und ein paar Sicherheitsregeln. Viel Spaß beim Lesen! Am Besten find ich ja den Tipp vor Benutzung des Pools die Toilette aufzusuchen…

Proper and Comfortable Usage of Swimming Pools

Please take precautions to prevent infectious disease and the following rules to prevent accidents when using swimming pools

- Refrain from swimming if you have symptoms of illness such as a fever or diarrhea, if you are suffering from a lack of sleep, or if you have consumed alcoholic beverages.
- Use a toilet before entering pool areas.
- Before entering pool areas, be sure to shower thoroughly to wash off all cosmetics and hair dressing.
- Loosen up your muscles with preparatory exercises before swimming.
- Don't blow your nose or spit in pools.
- Be sure to take a break once in a while.
- After swimming, be sure to rinse your eyes, gargle, and shower thoroughly.
- Don't share towels with family or friends.

The Public Health Centers provide instructions and advice concerning the proper chlorination and maintenance of water quality, to enable people to enjoy using pools safely.

Precautionary Notes

- Children who are under 3 years of age and small babies who need a diaper are permitted only in the wading pool of Meguro Citizens Center.
- Be sure to wear a swimming cap when using indoor pools.
- Pools may be closed due to inclement weather or for maintenance reasons.
- You are not allowed to bring in hazardous items, food/beverages, and to use all types of oils, underwater glasses (swimming goggles are allowed), and toys.
- Follow the instructions of the supervisors for safety reasons.
- Use a bicycle/bus/train to get to a swimming pool.